Datenrettung 101: Festplattenausfälle vs. Solid-State- und Flash-Ausfälle

Donnerstag, 21. Oktober 2021 von Der Datenrettungsblog

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Dies ist der dritte Artikel in der Ontrack-Schulungsreihe Datenrettung 101, einer Sammlung von Blogbeiträgen, die dabei helfen sollen, Geräteausfälle und Datenverlustszenarien zu erkennen, die möglicherweise einen professionellen Datenrettungsdienst erfordern.

Wir haben untersucht, wie Sie Ihre Datenverlustsituation zu Beginn richtig diagnostizieren können, und die Unterschiede zwischen logischem Datenverlust und physischem Datenverlust erläutert. Jetzt gehen wir auf die verschiedenen Arten von Schäden ein, die zum Ausfall von Laufwerken führen können.

Festplattenausfall

Festplatten (HDDs) mögen zwar auf eine lange Lebensdauer ausgerichtet sein, aber ein Ausfall kann immer passieren. Wenn Sie feststellen, dass eine Festplatte physisch beschädigt wurde, sollten Sie sich so schnell wie möglich an einen Datenwiederherstellungsexperten wenden. Unternehmen Sie keine Selbstversuche! Denn das kann die  Datenwiederherstellung bei beschädigten Festplatten erheblich erschweren, wenn nicht sogar unmöglich machen.

Wenn es um Festplattenschäden geht, gibt es ein paar Fälle, die unsere Datenrettungstechniker häufiger sehen als andere. Zu den üblichen Festplattenschäden gehören: 

  1. Head Crash

    Ein Headcrash tritt auf, wenn der Lese-/Schreibkopf der Festplatte die magnetische, sich drehende Plattenoberfläche berührt. Dies führt zu schweren Schäden an der Festplatte und ihren Daten. Ungewöhnliche Geräusche wie Klicken oder Schleifen sind verräterische Anzeichen für Headcrash-Schäden.

  2. Mechanisches Versagen

    Hören Sie seltsame Geräusche aus Ihrem Laufwerk? Ein mechanisches Versagen könnte der Grund dafür sein. Zu dieser Art von Festplattenschäden gehören festgefressene Motoren, gebrochene Komponenten, Reibungsverluste und eine falsche Ausrichtung des Kopfes.

  3. Wasserschaden / Schaden durch Flüssigkeit
    Wenn eine Festplatte mit Flüssigkeit in Berührung kommt, besteht die Möglichkeit, dass Feuchtigkeit und/oder Rückstände die Oberfläche des Datenträgers beschädigen können. Dann sind spezielle Werkzeuge und Techniken erforderlich, um das Problem vollständig zu beheben.

4. DIY-Schaden
In den meisten Fällen richten Selbstversuche zur Datenwiederherstellung mehr Schaden als Nutzen an. Der erste Wiederherstellungsversuch liefert in der Regel die besten Ergebnisse. Wir empfehlen daher dringend, sich die Mühe zu ersparen und die Festplattenwiederherstellung den Experten zu überlassen.

 

Solid-State Drive und Flash Drive Versagen

Es besteht der Irrglaube, dass Solid-State-Laufwerke (SSDs) zuverlässiger sind als HDDs. SSDs werden jedoch in der Regel bei tragbaren Geräten verwendet, wodurch sie viel eher physikalischen Schäden ausgesetzt sind. Denken Sie nur daran, wie oft Ihnen allein in dieser Woche Ihr Handy heruntergefallen ist; aber das ist nicht das einzige Szenario, das Solid-State-Laufwerke beschädigen kann. Übliche SSD- und Flash-Fehler sind unter anderem:

  1. Physikalische Beschädigung

    Neben dem bereits erwähnten gelegentlichen Fallenlassen sind Stöße die Hauptursache für Schäden an flashbasierten Medien wie Smartphones, Tablets, USB-Sticks und Speicherkarten. Ohne den Einsatz von Ersatzteilen und die fachkundige Hilfe eines Wiederherstellungstechnikers machen diese Unfälle die Daten oft unzugänglich.

  2. Elektronisches Versagen
    Während Festplattenlaufwerke eine Vielzahl beweglicher physischer Teile enthalten, bestehen SSDs aus komplexen elektronischen Komponenten, was bedeutet, dass ein Ausfall dazu führen kann, dass das Laufwerk und seine Daten ohne Ersatzteile für die Wiederherstellung unzugänglich werden.

  3. Medium-Fehler
    SSD-Daten werden auf NAND-Flash-Chips gespeichert, die eine hohe Bitfehlerrate und eine begrenzte Lebensdauer haben. Leider können die eingebauten Fehlerkorrekturalgorithmen nicht mehr als eine bestimmte Anzahl von Bitfehlern korrigieren, aber eine Wiederherstellung ist mit Hilfe geeigneter Techniken, die von Datenrettungsspezialisten bereitgestellt werden, immer noch möglich.

    Solid-State-Laufwerke sind also eigentlich aufgrund ihrer Beschaffenheit viel schwieriger zu retten als Festplatten. Es gibt eine Fülle von Herstellern, die viele verschiedene Techniken und Firmware einsetzen. Hinzu kommen komplexe Funktionen wie Wear-Leveling und Block-Mapping, die zur Verbesserung der Leistung und Verlängerung der Lebensdauer von NAND-Flash-Speicherchips eingesetzt werden. Auch wenn diese Tatsachen die Wiederherstellung von SSD-Daten erschweren, ist sie nicht unmöglich. Mit dem richtigen Fachwissen und den richtigen Tools kann man verlorene Daten jeglicher Art erfolgreich wiederherstellen.

    Im nächsten Teil unseres 101 Datenrettungs-Blog werden wir Ihnen allgemeine Tipps geben, wie man Daten erfolgreich wiederherstellen kann. Das Support-Team von Ontrack steht Ihnen für alle Datenrettungsanfragen zu jeder Zeit zur Verfügung, um Ihnen einen einfachen, unkomplizierten Datenwiederherstellungsprozess zu ermöglichen. Denken Sie daran: Der erste Versuch einer Datenrettung ist der entscheidende!