Wie schütze ich meine Daten im Urlaub?

Sonntag, 12. August 2018 von Philipp Lohberg

Urlaub ist eine heiße Zeit - nicht nur wegen des Wetters, sondern auch in Bezug auf den Arbeitsaufwand, den unsere Kundendienst- und Datenwiederherstellungsingenieure zu leisten haben, denn in den Sommermonaten gehen Daten häufiger verloren als sonst. Das kann viele Gründe haben: Das Wetter (zu hohe Temperaturen oder heftige Stürme) oder die Unaufmerksamkeit des Urlaubers (Baden im Meer mit einem Smartphone in der Tasche...).

In den Ferien wird die Sicherheit der Geräte und der Daten, die auf ihnen gespeichert sind, häufig übersehen. In diesem Artikel werden wir Ihnen einige Tipps an die Hand geben, wie Sie Ihre Daten für Ihren Urlaub schützen können.

Mobilgeräte sind im Urlaub besonders von Datenverlust betroffen. 

Die Urlaubszeit ist eine sehr heiße Zeit des Jahres, und wir meinen damit nicht nur das Wetter. In den Sommermonaten haben unser Kundendienst und unsere Datenrettungstechniker mit der Menge der anfallenden Arbeit alle Hände voll zu tun. Es scheint, dass der Sommer die beliebteste Zeit des Jahres ist, in der Menschen ihre Daten verlieren. Die Gründe dafür fallen hauptsächlich in zwei Kategorien: Hitze und Wasser.


Datenverlust durch Wasserschaden

Der Hauptfeind der elektronischen Geräte. Mit Seewasser geflutete Kameras und Mobiltelefone sind im Ontrack-Datenrettungslabor sehr beliebt. Die wichtigsten Punkte, an die Sie sich erinnern sollten, wenn Ihre Kamera oder Ihr Handy eintaucht, sind:


  • Versuchen Sie nicht, es aufzuladen
  • Lassen Sie es ausgeschaltet
  • Entfernen Sie den Akku, wenn möglich, und versuchen Sie, ihn an der Luft zu trocknen
  • Legen Sie das Gerät niemals in den Ofen (klingt albern, aber viele Leute versuchen das!)
  • Der Trick mit dem Reis funktioniert nicht!

 
     

Sand

Feind Nummer zwei für das elektronische Gerät ist Sand. Nasser Sand kann leicht in ein Smartphone eindringen und wichtige Anschlüsse (z. B. USB-Anschluss) blockieren. Das Abwischen der winzigen Sandpartikel auf dem Bildschirm eines Smartphones kann feine Kratzer hinterlassen, die zu physischen Schäden führen. Wenn Sie Ihr Smartphone mit an den Strand nehmen müssen, achten Sie darauf, dass es in einer geeigneten Tasche bleibt!


Sonnenschutzmittel

Sonnencremes sind toll für die Haut, aber definitiv nicht gut für Smartphones. Wie nasser Sand können Cremes wichtige Anschlüsse blockieren und so erheblichen Schaden anrichten.


Softdrinks

Nicht nur die Flüssigkeit selbst führt zu einem schweren Wasserschaden an Ihrem elektronischen Gerät, auch der Zucker im Getränk kann kristallisieren und einen Kurzschluss verursachen.


Diebstahl

Leider können an vielen beliebten Touristenorten eine Reihe von Dieben ihr Unwesen treiben.  Es ist sehr wichtig, Taschen und Besitztümer in Ihrer Nähe zu behalten. Denken Sie daran: Es ist unmöglich, Daten von gestohlenen Datenträgern wiederherzustellen.


Wie können Sie sich im Urlaub um Ihre Daten kümmern?

Denken Sie zuallererst daran, ein Ladegerät und eine Powerbank mitzunehmen. Wir alle sind schon einmal in die Situation gekommen, dass wir ein Foto mit unserem Smartphone oder unserer Kamera machen wollen, diese sich aber weigert zu gehorchen, weil sie keinen Strom hat. Wenn Sie Ihr Ladegerät vergessen haben und im Urlaub ein neues kaufen möchten, kaufen Sie es nur in einem autorisierten Partnergeschäft. Billige/gefälschte Ladegeräte können Ihre elektronischen Geräte beschädigen, einige können sogar Brände oder Explosionen auslösen.


Zweitens: Denken Sie an Ihr Backup! Vergewissern Sie sich vor der Abreise, dass auf Ihrem Smartphone die automatische Datensicherung aktiviert ist und laden Sie Ihre wichtigsten Daten in die Cloud oder einen ähnlichen Speicher hoch. Wenn Sie eine Digitalkamera mitnehmen, überprüfen Sie die Speicherkarte, die Sie verwenden werden. Wenn Sie Fotos darauf haben, kopieren Sie diese auf Ihren Sicherungsspeicher und nehmen Sie unbedingt eine Ersatzspeicherkarte mit.


Drittens: Denken Sie daran, Ihre elektronischen Geräte physisch zu schützen. Stellen Sie sicher, dass sich Ihr Smartphone in einer Hülle mit Glasschutz befindet, oder investieren Sie sogar in eine wasserdichte Hülle. Tragen Sie Ihre Digitalkamera in einer geeigneten Schutzhülle mit sich herum. Die Ausstattung mit einer wasserdichten Tasche kann auch eine gute Idee sein, wenn Sie eine Kanutour, eine Kreuzfahrt oder eine andere Expedition planen, bei der Sie mit Wasser in Kontakt kommen werden.


Sollten Sie schließlich im Urlaub Ihr Smartphone verlieren (oder Opfer eines Diebstahls werden), stellen Sie sicher, dass Sie die Geo-Lokalisierung aktiviert haben. Dieser Dienst ist sowohl für iOS- als auch für Android-Geräte verfügbar und ermöglicht es Ihnen nicht nur, Ihr Gerät zu finden, sondern auch eine Sperre zu verhängen oder Ihre Daten aus der Ferne zu löschen. Sie können hier mehr über Geolokalisierung lesen.

 

 

Kroll Ontrack Studie zeigt: Urlaubsfotos sind die wertvollsten Daten der Deutschen

Deutschland gilt als Urlaubsnation. Da verwundert es nicht, dass die Deutschen besonders viele Urlaubsfotos auf ihren Smartphones oder PCs gespeichert haben. Bilder der Familien kommen dicht dahinter. Je jünger die IT-User, desto mehr digitale Fotos besitzen sie – doch gerade bei den 18 bis 34-Jährigen besteht auch das höchste Risiko, die heißgeliebten Fotos unwiederbringlich zu verlieren. Denn gerade die jungen Nutzer gefährden ihre Daten durch einen laxen Umgang mit ihren Endgeräten. Das ergab unsere aktuelle Umfrage unter 1.518 privaten IT-Nutzern.

Digitales Fotoalbum vom Familienurlaub auf dem Smartphone

Den Mount Everest besteigen, Last Minute in die Karibik, Quadfahren in der Wüste – das sind einmalige Erlebnisse, die unbedingt festgehalten werden müssen. Und zwar dort, wo man die Urlaubsfotos immer dabei hat: auf dem Smartphone. Das Handy ersetzt die Kamera. Die mobilen Endgeräte dienen gleich als digitales Fotoalbum: Bei 56 Prozent der Befragten nehmen Urlaubsfotos den meisten Speicherplatz ein. Dicht dahinter folgen mit knapp 50 Prozent die Familienfotos. Dabei steigt die Anzahl an Bildern auf den Endgeräten mit abnehmendem Alter. Während bei den über 55-Jährigen 55 Prozent viele oder sehr viele Urlaubsbilder digital gespeichert haben, sind es bei den unter 34-Jährigen schon 66 Prozent. Damit rangieren die Bilddateien noch vor Musik- und Adressdaten, die mit jeweils 39 Prozent Platz 2 und 3 belegen. Schulische oder berufliche Dokumente folgen erst danach.

Doch wer oft reist und sein Smartphone oft nutzt, der läuft Gefahr, einzelne Daten auch mal zu verlieren. 40 Prozent der Deutschen gaben an, schon mal einen Datenverlust erlitten zu haben. Von den 18- bis 55-Jährigen sogar mehr als jeder Zweite. Oft hat der User sie versehentlich selbst gelöscht – dies war bei 46 Prozent der 35 bis 53-Jährigen und bei 41 Prozent der unter 55-Jährigen der Fall. Der jüngeren Generation unterlaufen zwar weniger Bedienfehler, allerdings gehen sie auch laxer mit ihren Endgeräten um. Die Hälfte der unter 35-Jährigen hat Daten verloren, weil das Gerät kaputtgegangen ist. Zwei von drei Nutzern sind auf solche Fälle vorbereitet: Sie sichern ihre Dateien mittels eines Back-ups. Jeder Dritte verzichtet allerdings auf solche Schritte. Und ohne Back-up sind die Bilder auch ganz schnell mal unwiederbringlich verloren.

Datenverlust-Opfer sind bereit für die Rettung von Urlaubs- und Familienfotos zu zahlen

Für 84 Prozent der 18 bis 34-Jährigen haben Urlaubs- und Familienfotos einen so hohen emotionalen Wert, dass sie Geld dafür bezahlen würden, um sie wiederzubeschaffen. Bei den 34 bis 55-Jährigen sind immerhin zwei von drei dazu bereit und bei den über 55-Jährigen 61 Prozent. Für die Rettung von Dateien, die in der Regel einmal kostenpflichtig erworben wurden, wie Musik, Spiele oder eBooks, möchten hingegen nur wenige Befragte löhnen: in der jüngsten Gruppe gerade mal 45 Prozent, unter den 34 bis 55-Jährigen 35 Prozent und bei den älteren Befragten 22 Prozent.

Die Deutschen sind also eher bereit, für die Rettung von Daten mit ideellem Wert zu bezahlen. Dabei übersteigt der emotionale den wirtschaftlichen Wert bei weitem. Einmal bezahlte Musik lässt sich zur Not mit einem Download neu beschaffen. Dies mag aufwendig sein, ist aber einfach möglich.

Ohne Backup hilft meist nur noch ein professioneller Datenretter

Urlaubsfotos hingegen sind ohne Backup oder anschließender professioneller Datenrettung in der Regel für immer verloren. Nutzer sollten sich überlegen, wie sie ihre wertvollen Urlaubsfotos besser schützen und im Fall eines Datenverlustes retten können. Viele Tipps zur Datenrettung, die Privatanwender im Netz finden, taugen nichts und sorgen nur dafür, dass am Ende gar nichts mehr zu machen ist. Handelt es sich um besonders geschätzte Dateien, sollte sich der User in jedem Fall an einen professionellen Datenretter wenden. Der kann zudem nicht nur Daten wiederbeschaffen. Er hilft auch dann, wenn selbst Back-up-Systeme wie ein NAS fehlerhaft aufgesetzt wurden oder nicht richtig funktionieren.

Data Recovery Digital Photos