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Wie Sie Ihr Backup ausfallsicher machen

Wenn Sie noch nie einen Datenverlust erlebt haben, sind Sie wirklich ein Glückspilz! Die meisten Benutzer haben mindestens einmal in ihrem Computerleben eine solche Situation erlebt, egal ob es nur wenige Dateien waren oder ein schwerer Verlust mit viel kostbarem Material gab. Eine mögliche Lösung ist ein aktuelles Backup vorrätig zu haben.

In diesem Artikel besprechen wir:

  • Warum Backups notwendig sind und warum sich trotzdem mehr als ein Drittel aller Computernutzer zu Backup-Verweigerern erklärt
  • Was sind die Hauptursachen für Datenverlust?
  • Was ist die 3-2-1 Backup-Regel und wie hilft sie, einen Datenverlust zu vermeiden?
  • Was sind die häufigsten Gründe, warum Backups fehlschlagen?
  • Wie verhindern Sie, dass Sicherungen fehlschlagen?

Warum sind Backups notwendig?

Wenn Daten verloren gegangen sind, kann das für den Benutzer unterschiedliche Folgen haben – alles hängt davon ab, welchen Wert die Daten für den Nutzer haben. Nur ein paar Musik- oder Videodateien zu verlieren, die zu einem späteren Zeitpunkt heruntergeladen oder gerippt werden können, mag für einen normalen Computernutzer nicht so schwerwiegend sein. Der Verlust der Bilder von seiner eigenen Hochzeit oder die einzige Kopie seiner Doktorarbeit oder seines Romans, an der er monate- oder jahrelang arbeitete, wird definitiv eine Katastrophe sein. Es hängt also alles davon ab, was die Daten für den Besitzer wert sind.

Das Gleiche gilt für Unternehmen. Auch sie nehmen es locker, wenn verloren gegangene Daten leicht neu erstellt oder herbeigeschafft werden können. Sie sind jedoch in großen Schwierigkeiten, wenn geschäftskritische Daten verloren gehen und sie nicht in der Lage sind, die Daten in einer überschaubaren Zeit wiederzubekommen. Aufgrund vieler Gesetze und Vorschriften sind Unternehmen bei Datenverlusten oft schwerwiegend betroffen, da sie manchmal gezwungen sind, Daten im Falle einer Untersuchung in sehr kurzer Zeit vorzulegen. Wenn die benötigten Daten nicht vorgelegt werden können, sind mögliche Strafen die Folge. Wenn unternehmenskritische Daten verloren gehen, kann dies dazu führen, dass das Unternehmen nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten kann.

Sicherzustellen, dass sowohl die Verbraucher- als auch die Unternehmensdaten immer verfügbar sind, ist daher mehr als ein Nice-to-have, es ist eine Notwendigkeit! Ein aktuelles Backup Ihrer Daten ist daher unerlässlich. Aber selbst mit der besten Backup-Lösung können Fehler auftreten. Komisch, dass sogar heute noch viele Computerbenutzer „Backup-Verweigerer“ sind.

In einer Umfrage von Ontrack Data Recovery Ende Februar / Anfang März dieses Jahres bei aktuellen oder früheren Datenwiederherstellungs-Kunden anlässlich des World Backup Days 2018 haben 33 Prozent der Befragten erklärt, dass sie im letzten Jahr keinerlei Backups erstellt haben! Und die Zahl dieser Verweigerer nimmt nur geringfügig ab, da die Zahl seit 2013 nur um 6 Prozent zurückging, als Ontrack die Kunden das erste Mal fragte, ob sie ein Backup verwenden.

Obwohl also die Mehrheit der Befragten ein Backup verwendete, konnten nur 43 Prozent 75 bis 100 Prozent der Daten im Backup wiederherstellen. Das bedeutet, dass die Mehrheit der Benutzer aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage waren ihre Daten aus dem Backup wiederherzustellen!

Was sind die typischen Ursachen für einen Datenverlust?

  1. Gelöschte oder formatierte Daten: Viele Benutzer löschen versehentlich ihre Daten von der Festplatte oder einem anderen Speichergerät. Nur ein Klick zu viel und die Daten sind nicht mehr im Mülleimer zu sehen, egal ob es sich um ein Windows-, Mac- oder Linux-System handelt. Das Gleiche gilt für die Formatierung. Manchmal formatieren Benutzer ihr (falsches) Laufwerk und erinnern sich zu spät, dass sich darauf noch wertvolle Daten befanden.
  2. Computerviren, Malware und Ransomware: Diese bösartigen Programme sind in den letzten Jahren zu einer ernsthaften Bedrohung für jeden Computerbenutzer geworden. Wenn Ihr Computersystem nicht ordnungsgemäß gesichert ist oder Sie eine infizierte Website besucht haben, können viele Ihrer Daten infiziert, beschädigt oder – noch schlimmer – verschlüsselt werden. Einfach ausgedrückt: Sie können nicht mehr auf die Informationen zugreifen.
  3. Beschädigte (korrumpierte) Dateien: Eine Datei kann aus vielen Gründen beschädigt werden: Softwarefehler, Probleme mit logischen Fehlern, interne Standorteinträge und andere Faktoren können dazu führen, dass Dateien beschädigt werden. Ein weiterer Grund für beschädigte Dateien oder Daten sind elektrische Probleme. Wenn ein Stromausfall bei Ihrem System auftritt, sind beschädigte Dateien wahrscheinlich das Ergebnis!
  4. Hardwarefehler: Datenverlust aufgrund von Hardwareproblemen kann sehr leicht passieren. HDDs zum Beispiel sind empfindliche Geräte aufgrund der Tatsache, dass die internen Platten eine Geschwindigkeit von mehr als 5000 Umdrehungen pro Sekunde durchführen. Im Betrieb kann dann ein Schlag auf das Außengehäuse zu einem Headcrash führen. HDDs sowie SSDs haben zudem nur eine begrenzte Lebensdauer. Nach einigen Jahren des Gebrauchs ist es wahrscheinlich, dass sie irgendwann kaputtgehen werden. Wenn Ihre Festplatte also Geräusche macht, ist es definitiv Zeit, die Festplatte zu wechseln und die Daten darauf zu sichern.
  5. Hacker-Angriffe: Wenn Ihr Computer oder Ihr System angegriffen wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass mindestens einige oder viele Dateien entweder verschlüsselt, geändert oder zerstört wurden. Ein Datenverlust ist dann vorprogrammiert. Surfen im Internet ohne eine geeignete Firewall und die neueste Antiviren-Software führt so zu einem Datenverlust.
  6. Natur- und andere Katastrophen: Naturkatastrophen wie ein Hurrikan, Tropensturm, Tornado oder ein Erdbeben kommen nicht in jeder Region der Welt vor. Aber Katastrophen wie Überschwemmungen oder Feuer können jedem passieren. Ein Keller voller Wasser in dem sich Ihr Computer oder NAS-Server-System befindet, führt zu physischen Schäden an der Hardware und damit zu Datenverlust.

Die 3-2-1 Backup-Regel

Um die möglichen Folgen eines Datenverlusts zu verteidigen, wurde ein einfacher Ansatz entwickelt: Die 3-2-1-Backup-Regel. Diese Regel besagt, dass ein Nutzer – ob Verbraucher oder Unternehmen – wertvolle Daten 3 Mal speichern soll! Zusätzlich zum ursprünglichen Datenspeicherplatz – Ihrem Computer, NAS-System, Server oder Speicher – sollten Sie zwei weitere Backups haben. Diese beiden sollten unterschiedliche Technologien verwenden: Zum Beispiel auf Bändern sein, während die andere Sicherung in der Cloud sein sollte. Oder die eine Sicherung könnte auf einer externen Festplatte sein, während die andere auf einer DVD-R sein könnte.

Die häufigsten Gründe, warum Backup-Sicherungen fehlschlagen oder eingach nicht mehr funktionsfähig sind oder warum Datenverlust trotz eines Backups auftreten kann:

  • Die Backup-Software hat nicht funktioniert
  • Nicht genügend Speicherplatz für die Sicherung
  • Das Backupprofil umfasste nicht das komplette Gerät, die Datenstruktur, alle Ordner usw.
  • Das externe Gerät wurde nur gelegentlich mit dem Computer, Server oder Speicher verbunden und das Backup wurde nicht automatisch, sondern manuell erstellt
  • Der Computer oder das Speichergerät wurde nicht eingeschaltet, wenn das Backup erstellt werden sollte und keine andere Zeit ermittelt wurde
  • Dateien gingen verloren, bevor das Backup erstellt wurde

So verhindern Sie, dass Backups fehlschlagen

Ontrack Data Recovery-Experten haben im Laufe der Jahre eine Reihe von Datenverlust- und Wiederherstellungsfälle aufgrund von Problemen mit dem Nutzer-Backup erlebt. Deshalb fordern sie alle auf, folgende Tipps zu beherzigen:

  • Nehmen Sie sich Zeit, um in eine Backup-Lösung zu investieren und einen Backup-Plan zu erstellen
  • Entscheiden Sie sich für das geeignete Sicherungsintervall, das Ihren Anforderungen entspricht. (Je länger das Intervall ist, desto mehr Daten sind möglicherweise nicht „aktuell“ genug und daher ist die neueste Version im Falle eines Fehlers nicht verfügbar und wird später mit dieser Sicherung neu erstellt.)
  • Stellen Sie sicher, dass die Sicherungen regelmäßig gemäß dem festgelegten Zeitplan ausgeführt werden
  • Überprüfen Sie die Backup-Berichte auf Fehlermeldungen oder eine fehlgeschlagene Sicherung
  • Testen und überprüfen Sie die Hardware, die Backup-Software und die Backups regelmäßig – mindestens einmal alle 3 Monate – um sicherzustellen, dass die Hard- und Software ordnungsgemäß funktioniert, die Daten korrekt zugeordnet sind und die Dateien intakt sind.

Und schließlich: Verfallen Sie nicht in Panik, wenn das Backup in einer Datenverlustsituation nicht funktioniert! Machen Sie keine übereilten Entscheidungen! Wenn Sie Zweifel haben, wenden Sie sich an einen Experten für Datenwiederherstellung wie z.B. Ontrack.

Wenn Sie die obigen Tipps und Vorschläge sorgfältig befolgen und beachten, sollten Sie im Falle eines Systemausfalls und eines Datenverlusts relativ sicher vor einem nicht funktionierenden Backup sein. Sie werden daher vermutlich in der Lage sein, Ihr System auf den Status wiederherzustellen, an dem das Backup erstellt wurde.

Manchmal ist dies jedoch nicht ausreichend. In vielen Fällen – und in den meisten Fällen, in denen das Backup mehr als mehrere Wochen alt ist – sind die Daten einfach nicht aktuell genug. In einem solchen Fall ist es wichtig, dass Sie das Backup nicht auf dem beschädigten Computer, Server oder andersartigen Speichergerät wiederherstellen. Hier ist es sinnvoller, eine Datenwiederherstellung des Systems durchzuführen. Diese kann jedoch nur erfolgreich sein, wenn das beschädigte Gerät nach dem Fehler nicht weiterverwendet wird und sofort an einen erfahrenen Datenretter wie Ontrack Data Recovery gesendet wird. Hier ist es das Beste, einen Anruf mit ihren Servicemitarbeitern zu machen. Sie werden die besten Antworten darauf haben, was als nächstes aus ihrer Erfahrung zu tun ist. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.ontrack.com/de/

Bildnachweis: Ontrack Datenrettung