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Neue Apple Betriebssysteme, die diesen Herbst erscheinen: MacOS Mojave

Traditionell kündigt Apple auf drei jährlich stattfindenden Veranstaltungen neue Produkte, Dienstleistungen und Betriebssysteme an: Im Februar, im Juni auf der WWDC (World Wide Developers Conference) und für iPhones im September. Wenn weitere Ankündigungen gemacht werden sollen, finden zusätzliche Veranstaltungen statt. In diesem Jahr kündigte Apple auf der WWDC in San Jose, Kalifornien, neue Versionen seiner Betriebssysteme für Computer, mobile Geräte und für Uhren sowie AppleTV an.

In diesem Artikel werden wir die neuen Funktionen von Apples kommendem Computer-Betriebssystem MacOS 10.14 Mojave und Apples mobilem Betriebssystem mit dem Namen iOS 12 behandeln. Außerdem werden wir darüber berichten, was diese neuen Betriebssysteme für die Datenwiederherstellung bedeuten. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

Was ist neu in Apple Mojave?

Im neuen Apple-Betriebssystem MacOS 10.14 namens Mojave wurden einige neue Funktionen implementiert, um Mac-Anwendern eine noch bessere Erfahrung bei der Arbeit mit ihrem Apple Computer zu ermöglichen. Die wichtigsten dabei sind:

  • Dark Mode
  • Dynamic Desktop
  • Desktop Stacks

Diese neuen Funktionen modernisieren das Erscheinungsbild von Mac-Computern. Der Dark Mode verwendet dunkle statt helle Farben in der Benutzeroberfläche und der höhere Kontrast erleichtert dem Benutzer das Lesen von Dokumenten oder Menüpunkten.

Die dynamische Desktop-Funktion (Dynamic Desktop) ist eine Art Slide-Show, die das Bild während des Tagesverlaufs verändert. Wenn es dunkel wird, sehen Sie das Originalbild dann als Nachtaufnahme. Dadurch verliert der Benutzer während der stundenlangen Arbeit nicht mehr den Überblick über die tatsächliche Tageszeit.

Desktop-Stacks ist eine Funktion für all diejenigen, die typischerweise ihren Desktop mit riesigen Mengen von Dateien befüllen. Manchmal ist es dann schwer den Hintergrund überhaupt zu sehen. Bei diesen Stacks/Stapeln werden Dateien desselben Typs auf einem gemeinsamen Stapel von Dateien aufgetürmt. Mit dieser Funktion liegen so alle Fotos, Dokumente, Excel oder Rar-Dateien usw. übereinander und somit wirkt der Desktop deutlich aufgeräumter.

Gibt es mit all diesen neuen Funktionen, die in Mojave implementiert sind, auch etwas, das für Datenverlust oder Datenwiederherstellung relevant ist?

Die Antwort lautet ja, aber keine der oben genannten! Das neue Mac-Betriebssystem von Apple unterstützt jetzt APFS (Apple File System) und damit nicht nur Flash-basierte Laufwerke, sondern auch Fusion Drives und herkömmliche HDDs.

Zur Erinnerung: Dieses moderne Dateisystem wurde zum ersten Mal in Apples neuestem Betriebssystem-Release High Sierra eingeführt, funktionierte aber nur bei SSD-Laufwerken und anderen Speichern auf Flash-Basis. Als High Sierra nach seiner Veröffentlichung Ende September 2017 auf SSD-Laufwerken oder anderen Flash-basierten Geräten installiert wurde, wurde das Laufwerksvolume gleichzeitig automatisch in ein APFS-Laufwerk umgewandelt und formatiert. Und so wird das auch bei Apple Mac OS 10.14 / Mojave gemacht.

Um die Implementierung von Mojave auf Fusion-Laufwerken und herkömmlichen HDDs erfolgreich zu gestalten, wird das neue Betriebssystem eine integrierte Defragmentierungsroutine enthalten, die Performance-Problemen aufgrund vieler verteilter Datenfragmente entgegenwirkt. Diese Funktion wurde bereits in der ersten Beta eingeführt, aber es ist noch ungewiss, ob sie in der finalen September-Veröffentlichung enthalten sein wird.

In Bezug auf Datenrettung, wenn ein SSD-Laufwerk in einem Apple Laptop, Desktop oder Server ausfiel und es mit APFS formatiert war, mussten Datenwiederherstellungsingenieure neue und spezielle Tools für dieses neue Dateisystem verwenden, um die Dateien überhaupt wiederherzustellen zu können. Ältere Mac-Betriebssysteme verwenden jedoch immer noch das ältere HFS+ -Dateisystem (genannt Mac OS Extended (Journaled)), das das hauptsächliche Dateisystem für viele Jahre war. Dies bedeutet, dass die logische Datenwiederherstellung für kleinere Datenwiederherstellungsfirmen, die keine eigene Softwareentwicklungsabteilung haben, aufgrund der gewonnenen Kenntnisse über die Jahre mit diesem älteren Dateisystem deutlich einfacher sein kann.

Da APFS nun als Hauptdateisystem und zusätzlich für Fusion-Laufwerke und normale HDDs eingeführt wird, werden sich immer mehr Datenwiederherstellungsfälle damit zu tun haben.

Und es gibt eine weitere Herausforderung, die mit der Mojave-Unterstützung wahrscheinlich zukünftig auftreten wird: Da Apple Fusion-Laufwerke nicht nur ein einzelnes Laufwerk sind, sondern es sich tatsächlich um zwei handelt, ein SSD- und ein HDD-Laufwerk, die zusammen als eine Einheit gesteuert werden, denken viele Benutzer, dass nur ein Laufwerk für eine erfolgreiche Wiederherstellung durch die Experten benötigt wird. Daher senden Kunden bei vielen Datenrettungsprojekten mit Fusion-Drives nur eines der beiden an einen Datenwiederherstellungsdienstanbieter wie Ontrack und verwenden das zweite Laufwerk einfach weiter. Aber mit der Verwendung der zweiten Platte – meistens der HDD – werden alle Daten für immer zerstört. Die Wiederherstellungschancen werden drastisch reduziert oder es gibt endgültig keine mehr. So wird mit APFS dem Datenwiederherstellungsprozess eine weitere Komplexitätsebene hinzugefügt, die nur von denjenigen bearbeitet werden kann, die auch spezielle Datenwiederherstellungstools für dieses neue Dateisystem entwickelt haben.

Bildnachweis: Ontrack Datenrettung