Go to Top

Die drei häufigsten Fehler dieses Jahr, die Firmen verursachten und die letztlich zu einem Datenverlust führten!

Die Ergebnisse einer im Oktober von Ontrack Datenrettung durchgeführten Studie unter 150 IT-Mitarbeitern in Deutschland zeigen deutlich: Viele IT-Abteilungen in Unternehmen sind massiv überlastet und es häufen sich Fehler, die zu Störungen und zu Datenverlust führen. Dabei bezeichnen sich 77 Prozent der Befragten selbst als überlastet. Kein Wunder, dass 84 % der Unternehmen angeben bereits einen Datenverlust durch vermeidbare Fehler verursacht zu haben.

Diese Aussagen decken sich mit unseren Erfahrungen aus der Praxis. Danach sind die drei häufigsten Fehler von Firmen, die zu Datenverlust führten, die folgenden:

  1. Schnell mal aufräumen und dann nicht dokumentieren, was man gemacht hat

Zeitmangel, wie von den Befragten der Studie beklagt, ist ein Grund, warum es überhaupt zu einem Datenverlust kommt.  So fehlt jedem zweiten IT-Mitarbeiter die Zeit, Vorgänge und Prozesse regelmäßig zu dokumentieren. Dieses Verhalten ist jedoch auf lange Sicht ein fataler Fehler. So kann häufig nicht nachvollzogen werden, welche Daten wann und wo gespeichert wurden. Damit wird letztlich auch die Rettung der Daten erschwert. Denn wenn nicht genau nachvollzogen werden kann, was passiert ist, wird der Wiederherstellungsvorgang aufwendiger und teurer – unter anderem, weil Datenretter mehrere Speicherorte nach Datenspuren durchsuchen müssen und sich nicht gleich mit dem richtigen Bereich beschäftigen können.

  1. Nach Datenlöschaktionen erst mal auf dem betroffenen Server weiterarbeiten

Vielfach bemerkt der IT-Mitarbeiter eines Unternehmens, dass Daten auf einem Server fehlen. Normalerweise sollte der Server direkt gesperrt, isoliert und der aktuelle Datenbestand eingefroren werden. Oftmals wird das aber nicht gemacht, weil es an einer anderen Umgebung fehlt, auf der in der kommenden Zeit weitergearbeitet werden kann, während eine professionelle Datenrettung stattfindet. Geschieht das nicht und arbeiten Unternehmen normal auf den betroffenen Server weiter, werden wichtige Bereiche überschrieben, die für die Rettung der verlorenen Daten notwendig ist. Damit riskieren sie den endgültigen Verlust von Daten. Besonders fatal ist es, wenn der Datenverlust lange nicht bemerkt wird, weil dann immer mehr Daten überschrieben werden, die dann unter Umständen nicht mehr gerettet werden können. Unternehmen sollten also nicht vor dem (finanziellen) Aufwand zurückscheuen, genügend Manpower, Ersatz-Server und vernünftige Backups zu installieren.

  1. Prozesse zur Datensicherung sind nicht mehr aktuell

Viele IT-Abteilungen sind nicht nur von hohem Arbeitsaufkommen und Stress betroffen und machen deshalb Fehler, wie in unserer Studie beschrieben. Sondern sie wiegen sich auf oft in falscher Sicherheit. So passiert es häufig, dass die falschen Daten im Backup liegen und die richtigen fehlen. Laut der Studie vergisst jede zehnte IT-Abteilung das Backup zu erstellen oder zu prüfen. Noch gefährlicher ist allerdings der Umstand, dass die Dokumentation von Backup-Prozessen (49 Prozent) oder ein Notfallplan (21 Prozent) aufgrund von Zeitmangel nicht erstellt oder geprüft werden, sodass sie im Desaster-Fall nicht verfügbar sind.

Das ist gefährlich, denn wenn die Verantwortlichen nicht wissen, welche Art Disaster Recovery nötig ist und das auch nicht in einem Notfallplan nachlesen können, führt es fast zwangsläufig zu einem Datenverlust, der unter Umständen, wenn es sich um einen besonders wichtigen Server handelt, sogar existenzbedrohend werden kann.

Fazit: Schnell mal den Server aufgeräumt, ohne passende Dokumentation, aktuelle Datenrettungsprozesse und funktionierendes Backup – Vermeidbare Fehler, die zu Datenverlust führen können, aber eigentlich recht einfach zu lösen sind.

Allerdings kommt zu diesen drei Fehlern dann oft noch hinzu, dass ehemals verantwortliche Mitarbeiter gar nicht mehr im Unternehmen arbeiten, und so wichtiges Knowhow abgeflossen ist, dass ebenfalls bei einem Worst-Case-Szenario fehlt. Dem kann man eigentlich nur dadurch entgegensteuern, indem man im Rahmen eines Live-Tests einen Datenverlust simuliert und mögliche Probleme bereits im Vorfeld identifiziert. Aber leider scheuen viele IT-Verantwortliche diesen Aufwand, der dann bei einer Datenrettung trotzdem betrieben werden muss.

Bildnachweis: Ontrack Datenrettung