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Neue Apple Betriebssysteme, die diesen Herbst erscheinen: iOS 12

Letzte Woche haben wir das neue Betriebssystem für Apple Computer und Laptops vorgestellt, das diesen Herbst herauskommt – MacOs 10.14 Mojave. Heute wollen wir das andere Betriebssystem vorstellen, das auf der Apple Worldwide Developer Conference im Juni vorgestellt wurde: iOS 12 für mobile Geräte wie iPhone und iPad. Hier ein kurzer Überblick, was Sie erwartet:

  • Apple hat einige Verbesserungen von der Vorgängerversion 11 auf das kommende iOS 12 in Bezug auf Leistung und Benutzerfreundlichkeit vorgenommen. Allerdings hat Apple dabei nicht viele neue Funktionen dazu geliefert.
  • Das neue iOS 12 unterstützt Augmented Reality (AR)-Funktionen und ein neues Dateiformat namens Apple USDZ. Dies kann dazu führen, dass mehr Daten und größere Dateimengen auf den internen mobilen Speicherchips gespeichert werden. Das bedeutet, dass im Falle eines Datenverlusts mehr Daten wiederhergestellt werden müssen, wenn der Speicherchip nicht häufig geleert, gesichert oder in die iCloud hochgeladen wurde.
  • Es ist noch nicht ganz klar, welche Auswirkungen das neue AR-Dateiformat und die intensive Nutzung von Augmented Reality auf die Datenwiederherstellung haben, fest steht aber, dass im Durchschnitt mehr Daten auf einem Apple-Gerät gespeichert werden. Selbst wenn die Daten häufig auf iTunes oder der iCloud gesichert werden, ist die Datenmenge, die bei Ausfall eines mobilen Geräts von einem Datenrettungsexperten wiederhergestellt werden müssen, wesentlich höher sein.

Was ist neu bei iOS 12?

iOS 12 ist mit zahlreichen Änderungen ausgestattet, die den täglichen Gebrauch von Apple-Mobilgeräten einfacher denn je machen. Dies sind jedoch keine neuen Funktionen, sondern Verbesserungen der Leistung und Beseitigung von Fehlern. Die interessantesten Verbesserungen sind:

  • Leistungsverbesserungen

Mit dem neuen iOS 12 arbeiten vor allem ältere iPhones und iPads schneller. Interne Apple-Tests haben gezeigt, dass auf einem iPhone 6 Apps bis zu 40% schneller starten als mit dem Vorgänger-Betriebssystem, die Systemtastatur um 50% und das Öffnen der Kamera um 70% schneller. Apple versucht bis zur endgültigen Veröffentlichung, dass die Leistungsverbesserungen alle Geräte, die laut Apple-Liste iOS 12 unterstützt sind, zu Gute kommen sollen.

  • Verbesserter Tracking-Schutz

Verbesserungen von iOS 12 verhindern, dass Werbetreibende bestimmte Einstellungen Ihres Geräts auslesen können und Sie mit ihren Online-Anzeigen verfolgen. Außerdem verhindert iOS 12, dass Ihnen Kommentar-Widgets und Freigabe-Keys ohne Ihre Zustimmung folgen.

  • Besseres Passwort-Management

iOS 12 erstellt in Safari- und iOS-Apps automatisch sichere Passwörter, die automatisch registriert und gespeichert werden. Sie werden im iCloud-Schlüsselring gespeichert und können von allen Apple-Geräten aus aufgerufen werden. Wenn man sie schnell braucht, kannst man Siri bitten, sie zu finden.

Wiederverwendete Passwörter werden ständig überprüft und markiert. Markierte Passwörter können dann durch ein automatisch erstelltes neues und sicheres Passwort in der App oder auf der Website ersetzt werden.

  • Informationen zur Verwendung von Daten auf App-Ebene

Apple fügt eine neue Funktion hinzu, mit der Benutzer nach Apps suchen können, die viele Daten verwenden. Sie können im Menü „Einstellungen“ herausfinden, wie viele Daten jede App verwendet.

  • Verbesserter App-Wechsler

Mit iOS 12 muss der Nutzer nicht mehr eine App-Karte in den App-Wechsler schieben und dann das Minus-Zeichen drücken. Jetzt muss man nur noch einmal nach oben wischen und erneut über die App wischen, die Sie schließen möchten.

  • Neue Animoji’s und ganz neu in iOS 12: Memoji´s

Animoji ist Apples Lösung eines animierten Emojis, das in Nachrichten oder Chats verwendet wird. Diese lustigen Grafiken ermöglichen es Ihnen, einen lustigen Fuchs, ein Snarky Chicken, ein Einhorn und vieles mehr zu senden. Es verwendet also ein 3D-Emoji, das Ihr Gesicht abbildet, anstatt ein echtes Gesicht zu verwenden, wie wenn man ein Video aufnimmt. Diese Animojis können dann nach dem eigenen Gesichtsausdruck verändert werden – wenn man zum Beispiel einen Hund wählt, würde dieser Animoji seine Augen so bewegen wie man selbst blinzelt. Memojis sind etwas anders: Anwender können 3D-Avatare von sich selbst erstellen, die dann quasi wie ein Animoji verwendet werden können. Anstatt also eine virtuelle Katze oder Maus zu zeigen, ist es ein 3D-Avatar, der fast genauso aussieht wie Sie selbst.

Während diese Verbesserungen und Funktionen für Apple-Benutzer sicherlich ganz praktisch und gut sind, sind sie nicht atemberaubend. Apple entschied sich jedoch, etwas zu implementieren, das in Zukunft “richtig heiß” werden könnte: Augmented Reality.

Was ist Augmented Reality und was können Sie damit auf Ihrem Apple-Mobilgerät tun?

Neben all den netten Verbesserungen und Funktionen in iOS 12, sind die Augmented-Reality-Funktionen und -Verbesserungen, eigentlich das, was das Betriebssystem von Apple wirklich auszeichnet. Erinnern Sie sich an die Verrücktheit nach dem Pokemon-Spiel vor ein paar Jahren? Genau darum geht es bei Augmented Reality. Im Gegensatz zur Virtual Reality, bei der sich der Benutzer “innerhalb” der 3D-animierten Welt befindet, werden in einer Augmented Reality einige Gegenstände, Charaktere oder Kreaturen in einer realen Live-Umgebung, quasi in Ihre eigene physische Welt implementiert. Der Benutzer kann dann mit diesen 3D (AR)-Objekten interagieren, indem er sie auf dem Display betrachtet. Manchmal können Sie mit Augmented Reality reale Umgebungen mit 3D-Objekten, wie z.B. Straßen oder Häusern, kombinieren, um neue Welten zu entwerfen.

Apple hat AR im Juni 2017 zum ersten Mal auf der WWDC vorgestellt und dann auch gleich das ARKit, ein Software-Kit für Entwickler, damit diese ihre einzigartigen AR-Spiele oder Apps für iPhone und iPad erstellen können. Alle AR-Spiele und -Apps, die mit dem ARKit entwickelt wurden, können von einem Apple-Gerät verwendet werden, das mindestens auf iOS 11 läuft sowie einen Apple Bionic-Prozessoren A9, A10 oder A11 eingebaut hat. Dazu gehören das iPhone 6s, 6s Plus, iPhone 7 und iPhone 7 Plus, alle iPad Pro-Modelle, das im Jahr 2017 veröffentlichte 9,7-Zoll-iPad, das iPhone 8, 8 Plus und iPhone X. Mit dem Update auf iOS 11 hat Apple letzten Herbst die bisher größte Augmented-Reality-Plattform erstellt.

Während der diesjährigen WWDC und der Ankündigung von iOS 12 im Juni veröffentlichte Apple das ARKit 2. Während sich die ersten beiden Versionen des Kits – 1.0 und 1.5 – auf Werkzeuge konzentrierten, um den physischen Ortungsraum zu lokalisieren, hält ARKit 2.0 jetzt sogar einen AR-Raum vor, nachdem man  erstellt und die App geschlossen hat. Das bedeutet, dass ein Entwickler / Spieler beispielsweise eine neue “Welt” erschaffen kann und er diese Welt später mit anderen teilen kann, wenn er eine sogenannte “Weltkarte (World Map) ” speichert.

Die Möglichkeiten dieser Technologie sind endlos. Und AR-Apps sind nicht nur Spiele. Zum Beispiel hat das schwedische Möbelgeschäft Ikea bereits eine AR-App verfügbar – IKEA Place – mit der Benutzer alle Möbelprodukte im Wohnzimmer, in der Küche oder in jedem anderen Raum in ihrem Haus oder ihrer Wohnung platzieren können. Der Nutzer muss dafür nur ein Softwareprogramm öffnen, das diese Technologie unterstützt und die interne iPhone-Kamera verwendet, da es sonst logischerweise nicht funktionieren kann.

Eine weitere Verbesserung ist, dass Entwickler mit diesem Kit Multiplayer-/ Multiuser-Lösungen erstellen können. Dabei können Nutzer nun alle dieselbe AR-Welt nutzen. Sie können Charaktere und andere Elemente hinzufügen und mit ihnen interagieren.

Um all diese coolen neuen Möglichkeiten zu erreichen, hatte Apple Hilfe von den Experten von Pixar und sie haben zusammen ein neues Dateiformat für dieses 3D-AR-Erlebnis erstellt. Es heißt Universal Scene Description (USDZ) und ist für das Teilen optimiert. Ein weiterer großer Player im Markt, Adobe, plant ebenfalls, dieses Format zu unterstützen, was der zukünftigen Akzeptanz nur gut tun kann.

Werden sich die iOS 12-Verbesserungen auf die Datenwiederherstellung auswirken?

Es scheint so zu sein, dass es innerhalb von iOS 12 viele interessante neue Features gibt, die wahrscheinlich im September auf den Markt kommen werden. Die meisten dieser Funktionen haben jedoch keine Auswirkung auf die Datenwiederherstellung, mit Ausnahme einer:

Es bliebt noch abzuwarten, aber mit den Fortschritten in 3D und den so genannten Augmented-Reality-Features (AR) sowie dem neuen Dateiformat Apple USDZ, das von Adobe unterstützt wird, ist es wahrscheinlich, dass genau dieses Thema ein Riesenerfolg werden wird. Dies hat jedoch seinen Preis: Auch wenn nicht klar ist, wie klein oder groß diese AR-Dateien durchschnittlich sein werden, bedeutet ihre häufige Erstellung und Verbreitung, dass es künftig viele davon auf dem Gerät geben wird, da Apple keine MicroCard oder andere Flash-basierte Slots zur Verfügung stellt, wo so sie sonst gespeichert werden könnten. Also befinden sich diese nur auf dem internen Speicher. Es besteht also nur noch die Möglichkeit, dass diese Dateien in die Cloud hochgeladen werden oder mittels iTunes auf dem Computer.

Im Falle einer Fehlfunktion des iPhones oder iPads bleiben jedoch viele dieser Dateien auf dem mobilen Gerät von Apple, wodurch die Gesamtmenge der wiederherzustellenden Daten größer wird und somit mehr Zeit für die Arbeit eines Datenretters benötigt wird.

Aus diesem Grund ist es eine schlaue Idee seine AR-Dateien häufig vom mobilen Apple-Gerät mit iOS 12 in die Cloud zu laden oder als iTunes-Backup zu sichern.

Bildnachweis: Ontrack Datenrettung