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Wie war Ontrack nur in der Lage virtuelle Daten und Systeme innerhalb des letzten Jahrzehnts zu retten?

In den letzten Wochen haben wir bereits in zwei vorrangegangenen Artikeln über die Herausforderungen bei der Datenrettung virtueller Systeme und/oder –Dateien berichtet. An dieser Stelle wollen wir noch etwas konkreter werden. Hier ein paar Beispiele erfolgreicher realer „virtueller“ Datenrettungen aus den letzten 10 Jahren:

 

Bank ohne Datenbank

Im Sommer 2011 kam es bei einer großen, international agierenden Bank zu einem Verlust der kompletten Kunden- und Transaktionsdatenbank aufgrund von Problemen mit der virtuellen Umgebung. So verweigerte der VMware ESX-Server mit drei LUNs (Logical Unit Numbers) jeglichen Dienst und ließ sich nicht mehr starten. Auch das Notfall-Cluster-System funktionierte nicht, da vor den Wartungsarbeiten der Replikations-Link nicht getrennt wurde. Dies bedeutete, dass der Cluster dieselben Fehler wie der eigentliche virtuelle Server hatte.

Daher wandte sich die Bank an Kroll Ontrack und ein Expertenteam machte sich auf die Jagd nach den verlorenen Dateien – aus Sicherheitsgründen vor Ort, auch wenn generell natürlich auch eine Remote-Datenrettung möglich gewesen wäre. Die Wiederherstellung gestaltete sich dabei deutlich schwieriger als zunächst angenommen. So war das VMFS-Dateisystem des Servers schwer beschädigt und musste mühsam in mehreren Einzelschritten rekonstruiert werden. Nachdem dies geschafft war, konnten die betroffenen SQL-Datenbanken kopiert und somit eine funktionsfähige neue Kunden- und Transaktionsdatenbank erstellt werden.

Festplatten Array Ausfall

Das Auslagern und Speichern von Backups in einem SAN ist relativ gängig, da viele Unternehmen mit dem ständig wachsenden Datenaufkommen zu kämpfen haben. Normalerweise führt das kaum zu Problemen, es sei denn das SAN erleidet einen schweren Hardware-Defekt, wird Opfer eines Hacker-Angriffs bzw. von Computer-Viren und Schädlingen befallen oder Partitionen und Festplatten werden aus Versehen gelöscht.

In diesen Fällen kann es passieren, dass sowohl Ihre Produktions-VMDK Dateien als auch die Backups verloren gehen. Wenn das passiert, müssen Sie besonders vorsichtig agieren, um nicht noch weiteren Schaden zu verursachen. Wenn Festplatten zu schnell wieder aktiviert werden, kann das dazu führen, dass das Array wiederaufgebaut wird bevor die Daten wiederhergestellt wurden. In diesem Fall werden dann kritische Informationen überschrieben.

Ausgefallener Controller lässt Landratsamt stillstehen

Kleine Ursache, große Wirkung: Ein ausgefallener Controller eines Speichersystems führte 2015 zum kompletten Stillstand in einem deutschen Landratsamt. In einigen Bundesländern werden typischerweise viele Dienstleistungen für die Bürger gebündelt: soziale Dienste, Standesamt, Bauen und Wohnen, Umweltangelegenheiten, die Abfallwirtschaft und vieles andere mehr. In diesem Fall wurden die Daten von der zuständigen zentralen IT-Abteilung des Amtes auf 36 Festplatten in virtuellen Maschinen gespeichert. Doch plötzlich waren diese nicht mehr erreichbar und 15, zum Betrieb der Behörde dringend notwendige, virtuelle Maschinen ließen sich nicht mehr starten. Insgesamt befanden sich auf den betroffenen Festplatten mehr als 100 virtuelle Maschinen. Die Konsequenz: Es konnten keine offenen Anträge mehr durch die Mitarbeiter bearbeitet oder beendet werden.

Nachdem die 36 Festplatten im Datenrettungslabor eingetroffenen waren, versucht, die RAID-Strukturen wieder zu rekonstruieren. Dabei zeigte sich, dass die Strukturen durch den Controllerausfall nicht mehr intakt waren. Mittels verschiedener spezieller, selbstentwickelter Software-Werkzeuge von Kroll Ontrack war es schließlich möglich, über die Parity-Strukturen der fünf vorhandenen RAID 5-Arrays das System so zu rekonstruieren, dass auf die enthaltenen 8 Container mit den VMFS Datastores zugegriffen werden konnte.

Fazit:

Die Beispiele zeigen, dass Datenverlust in virtuellen Umgebungen schnell eintritt. Virtualisierung ist eine komplexe Technologie und Fehlbedienungen können durch die zentrale Verwaltung großer, auf engem Raum komprimierter Speicherlandschaften zu enormen Verlusten führen. Seit fast einem Jahrzehnt haben Ontrack-Ingenieure hochspezialisierte Tools entwickelt, um Daten virtuellen Plattformen von VMware wie VMware ESX, VMware Virtual SAN (VSAN) sowie Microsofts virtuelle Plattformen wie HyperV, Virtual Server oder Virtual PC wiederherzustellen. Für Hyper V allein haben Kroll Ontrack Forscher eine spezielle Hyper V Tool Suite für ihre Datenrettungsspezialisten entwickelt, die bei fast allen gängigen Datenverlustszenarien, die oben aufgeführt sind, helfen können.

Aber auch wenn Ontrack alle notwendigen Werkzeuge zum Wiederherstellen von Daten aus virtuellen Plattformen und Systemen wie VMware ESX oder Microsoft HyperV hat, ist trotzdem jeder Fall anders. Was hier ins Spiel kommt, ist die notwendige tiefe Wissen der beteiligten Datenrettungsspezialisten.

Wichtig ist, dass wenn ein virtueller Datenverlust eingetreten ist, man als Betroffener nicht in falschen Aktionismus verfällt, sondern ruhig bleibt, versucht das System so normal wie möglich runterfährt, um keinen Zugriffe mehr zu ermöglichen und anschließend einen professionellen Datenrettungsdienstleister kontaktiert.

Ontrack Datenrettung hat dabei bereits über Jahre Erfahrung mit virtuellen Systemen und deren Datensysteme gesammelt, um für vielen Kunden virtuelle Maschinen z.B. von VMware oder Microsoft wiederherzustellen. Mehr Informationen zu den Datenrettungsdiestleistungen bei virtuellen Systemen finden Sie hier:

https://www.ontrack.com/de/datenrettung/virtuelle-datenrettung

 

Bildnachweis:

Markus Spiske / freeforcommercialuse.net

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